Wie werden Epoxidharz Rivertable hergestellt?
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Epoxidharztische sind in den letzten Jahren zu echten Designstücken geworden. Sie verbinden massives Holz mit moderner Optik und machen jeden Tisch zu einem Unikat. Viele sehen nur das fertige Möbelstück, doch der Weg dorthin ist lang, handwerklich anspruchsvoll und erfordert viel Erfahrung. In diesem Beitrag nehmen wir dich mit hinter die Kulissen und zeigen Schritt für Schritt, wie ein Epoxidharztisch eigentlich entsteht.
Am Anfang steht immer das Holz. Für hochwertige Epoxidharztische wird in der Regel Massivholz verwendet, häufig Eiche, Nussbaum oder andere langlebige Harthölzer. Das Holz muss sorgfältig ausgewählt werden, denn Risse, Maserung und Struktur bestimmen später maßgeblich den Charakter des Tisches. Oft stammen die Bohlen aus regionalen Wäldern und werden bewusst so ausgewählt, dass ihre natürliche Form erhalten bleibt. Gerade Baumkanten mit unregelmäßigen Linien sind später ein zentrales Gestaltungselement.
Nach der Auswahl folgt das Trocknen des Holzes. Frisches Holz enthält sehr viel Feuchtigkeit, die für die Verarbeitung mit Epoxidharz problematisch wäre. Deshalb wird das Holz über viele Monate luftgetrocknet oder kontrolliert in einer Trockenkammer getrocknet, bis die ideale Restfeuchte erreicht ist. Dieser Schritt ist entscheidend für die spätere Haltbarkeit des Tisches. Zu feuchtes Holz kann sich verziehen oder Risse bilden, selbst lange nach der Fertigstellung.
Ist das Holz ausreichend getrocknet, beginnt die Vorbereitung. Die Bohlen werden auf Maß geschnitten, grob gehobelt und von loser Rinde, Schmutz oder beschädigten Stellen befreit. Risse und Astlöcher werden gereinigt, damit das Epoxidharz später sauber einfließen kann. In dieser Phase entscheidet sich auch, wie der Tisch am Ende aussehen soll. Ob klassischer River Table mit einer Harzfläche in der Mitte oder eine dezente Füllung einzelner Fehlstellen, alles wird vorab geplant.
Anschließend wird eine Gießform gebaut. Diese besteht meist aus beschichteten Platten, die verhindern, dass das Epoxidharz anhaftet. Die Holzbohlen werden exakt positioniert und fixiert, damit sie sich beim Gießen nicht bewegen. Dieser Schritt erfordert Präzision, denn schon kleine Verschiebungen können das spätere Erscheinungsbild beeinflussen. Gleichzeitig wird die Form sorgfältig abgedichtet, damit kein Harz auslaufen kann.
Nun folgt einer der spannendsten Schritte, das Anmischen und Gießen des Epoxidharzes. Das Harz besteht aus mehreren Komponenten, die exakt nach Herstellerangaben gemischt werden müssen. Je nach gewünschtem Look kann das Harz klar bleiben oder mit Pigmenten eingefärbt werden. Beim Gießen wird das Harz langsam und gleichmäßig eingefüllt, damit Luftblasen vermieden werden. Je nach Dicke der Harzschicht erfolgt dieser Vorgang in mehreren Etappen, da Epoxidharz beim Aushärten Wärme entwickelt.
Nach dem Gießen beginnt die Aushärtungsphase. Diese kann mehrere Tage dauern und erfordert Geduld. In dieser Zeit darf der Tisch nicht bewegt werden. Temperatur und Luftfeuchtigkeit spielen eine wichtige Rolle, denn sie beeinflussen die Qualität der Aushärtung. Erst wenn das Harz vollständig durchgehärtet ist, kann die Form entfernt werden.
Jetzt zeigt sich zum ersten Mal das rohe Ergebnis. Holz und Harz sind miteinander verbunden, die Oberfläche ist jedoch noch uneben und matt. In mehreren Schleifdurchgängen wird die Tischplatte Schritt für Schritt geglättet. Dabei wird mit grober Körnung begonnen und bis zu sehr feinem Schleifpapier gearbeitet. Dieser Prozess ist zeitintensiv, sorgt aber dafür, dass Holz und Harz später eine absolut ebene Fläche bilden.
Im Anschluss folgt die Oberflächenbehandlung. Je nach Stil und Nutzung wird die Tischplatte geölt, lackiert oder versiegelt. Diese Schicht schützt das Holz, bringt die Maserung zum Vorschein und sorgt dafür, dass das Epoxidharz seine Tiefe und Klarheit entfaltet. Eine hochwertige Versiegelung macht den Tisch widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Flecken und alltägliche Beanspruchung.
Parallel dazu wird das Tischgestell gefertigt. Häufig kommen pulverbeschichtete Stahlgestelle zum Einsatz, die für hohe Standfestigkeit sorgen und optisch einen modernen Kontrast zum natürlichen Holz bilden. Auch hier ist Maßarbeit gefragt, damit Gestell und Tischplatte perfekt harmonieren. Am Ende werden Bodenschoner montiert, damit empfindliche Böden geschützt bleiben.
Nach der finalen Montage wird jeder Tisch noch einmal geprüft. Kanten, Oberfläche und Stabilität werden kontrolliert, denn ein Epoxidharztisch soll nicht nur gut aussehen, sondern auch viele Jahre Freude bereiten. Erst wenn alles passt, ist der Tisch bereit für sein neues Zuhause.
Ein Epoxidharztisch ist also weit mehr als nur ein Möbelstück. Er ist das Ergebnis sorgfältiger Materialauswahl, handwerklicher Erfahrung und vieler Stunden Arbeit. Genau das macht jeden Tisch einzigartig und verleiht ihm seinen besonderen Charakter.